Stratos verleiht Social Media Zahlen Flügel

8 Millionen Views auf YouTube, mehr als 3,5 Millionen Tweets,...

Egal ob man das Red Bull-Projekt Stratos als pseudowissenschaftlich oder genial empfindet, gesehen und verfolgt haben es dennoch die meisten. Kein Wunder, der Präsentation und Inszenierung von Red Bull konnte man sich nicht wirklich entziehen. Egal ob im TV oder Internet, am 14.10. hatte die Welt kein anderes Thema als den "Jump from the Edge of Space".

Für uns sind aber nicht die wissenschaftlichen oder nicht-wissenschaftlichen Aspekte interessant, sondern viel mehr die Frage: Was hat Red Bull so verdammt richtig gemacht (davon abgesehen, dass der Sprung auf die europäische Primetime fiel und nicht unbedingt jede Marke über einen eigenen TV-Sender verfügt)? Wir haben uns für Sie auf die Suche nach den Antworten gemacht.

Die Website

Keine Frage bei einem großem Projekt bzw. Event ist eine eigene Website ein Muss. Hier sollten Wissenshungrige alle nötigen Informationen rund um das Projekt möglichst schnell finden, auch die Integration von Social Media Basics (also zumindest die Möglichkeit, die Infos über einen Klick mit Freunden zu teilen) sollten vorhanden sein. Alle Punkte wurden von Red Bull bei der Stratos-Website erfüllt. Mit einer Ausnahme, bei www.redbullstratos.com wurden mehr als nur die Social Media Basic-Funktionen integriert.

Live-Stream

Am Tag des Sprungs wurden der Aufstieg der Kapsel und der Sprung mittels Live-Stream direkt auf der Website übertragen (eingebunden über YouTube). Zu den Live-Bildern wurden zusätzlich auch wichtige Live-Messwerte eingeblendet. Der Vorteil: Auch Smartphone- und Tablet-User konnten so das Ereignis ortsunabhängig verfolgen. Und dies nutzten laut YouTube immerhin über 8 Millionen User!

Twitter-Stream

Das Herzstück der Website. So konnten User nicht nur Tweets hinterlassen, sondern wurden von Red Bull auch dazu aufgerufen, Fragen zum Projekt zu stellen (vor allem während des Live-Streams), diese wurden auch prompt beantwortet. Zusätzlich konnten User sich über Twitter auch aktiv an der Pressekonferenz direkt nach dem Sprung beteiligen und wurden aufgerufen, Fragen zu posten, welche Sie Felix Baumgartner stellen möchten. 3 Fragen wurden dann vom Red Bull Team ausgewählt. Auch in der Berichterstattung von ServusTV wurden immer wieder aktuelle Tweets, Posts & Co aufgegriffen und live präsentiert. Das ist Social Media!

Ein Gewinnspiel darf nicht fehlen

Für alle Besucher und Fans gab es im Vorfeld zusätzlich noch ein nettes und kreatives Gewinnspiel. So konnten User im versuchen den Landepunkt (Drop Zone) von Felix Baumgartner zu erraten. Über 150.000 User beteiligten sich an diesem.

Nach dem Sprung

Die Red Bull Stratos Website ist auch 2 Wochen nach dem Sprung immer noch aktuell. Immer noch werden Tweets gepostet, Neuigkeiten zu Felix Baumgartner und dem Projekt veröffentlicht. Unser Fazit: So soll es sein, aber bei einer Marke wie Red Bull nicht unbedingt verwunderlich.

Stratos in Zahlen


Egal ob der Sprung nun Erkenntnisse für die Wissenschaft liefert, ein Erfolg für die Marke Red Bull war das Projekt auf alle Fälle, sowohl online als auch offline.

Die Reaktion im WWW

Bereits vor dem Sprung von Felix Baumgartner aus 39 km Höhe wurden viele Stimmen laut, die das Projekt als reine Selbstinszenierung von Red Bull bezeichneten und die wissenschaftliche Relevanz als nicht vorhanden ansahen. Auch zwei Wochen nach dem Sprung gibt es immer noch zahlreiche Beiträge, die sich kritisch bis höhnisch (die Mehrheit) mit dem Projekt Stratos auseinandersetzen. So meldete die deutsche Satire-Zeitung "Der Postillion" einen Tag nach dem Sprung "Linie übertreten: Rekordsprung aus 39 Kilometern Höhe für ungültig erklärt". Dieser brachte nicht nur einige Retweets und Tweets, sondern wurde auch von zahlreichen Zeitungen aufgegriffen. Inzwischen kursieren auch zahlreiche Karikaturen, neu interpretierte Bilder und Videos (der Sprung nachgestellt mit Lego,...) rund um Stratos im Netz. Felix Baumgartner und Stratos hat sich zu einem wahren Meme (neumodisch für Internet-Hype) entwickelt. Aber auch das kann Red Bull mit Sicherheit nichts anhaben, wie heißt es doch so schön: "Besser schlechte PR....".

Nachtrag: Einige nutzen den Hype um Red Bull Stratos und Felix Baumgartner um auf andere wichtige Themen aufmerksam zu machen. So gesehen bei der Onlineausgabe von "Format". Die Einleitung und der Titel des Beitrags "Red Bull Stratos und Google – Das gilt es zu nutzen" hatte zwar den Sprung von Felix Baumgartner zum Thema (was besonders Google gefiel den Artikel in den Suchergebnissen weit oben listete). Das eigentliche Thema des Artikels "Weltweit hungern 868 Millionen Menschen". Auch eine Möglichkeit den Hype zu nutzen und in diesem Fall durchaus angebracht.

Fazit

Eines muss man zugeben - egal ob man Stratos belanglos oder genial findet - in Sachen Social Media macht keiner dem Energydrink-Riesen so schnell etwas vor. Stellt sich noch die Frage: Was war noch mal das Kerngeschäft von Red Bull?


Das Stratos-Projekt hat zudem auch gezeigt was man mit Hilfe von sozialen Netzwerken alles erreichen kann und das Twitter noch lange nicht tot ist ;)!

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