Googles schöne neue Datenschutzwelt

Was sich ändert und was Sie beachten sollten

Am 1. März treten die neuen Datenschutz- und Nutzungsrichtlinien von Google in Kraft, u.a. werden die verschiedenen Google-Dienste nun noch enger miteinander verknüpft, d.h. auch das Userprofil entsprechend vernetzt. Was ändert sich genau für den User und worauf sollte man achten? P.I.C.S. hat hierzu die wichtigsten Facts für Sie zusammengestellt.

1. März: Google neue Datenschutzbestimmung gilt

Bisher gab es für jeden Google-Dienst wie YouTube, Picasa, Google+ usw. eigene Datenschutz- und Nutzungsbestimmungen, insgesamt über 70. Aufgrund dieser Bestimmungen war es bisher nicht erlaubt, Daten zwischen den unterschiedlichen Diensten auszutauschen. Das ändert sich nun mit dem 1. März. Von da an werden die gesammelten Daten zwischen den diversen Google-Services verzahnt, zu verschiedenen Zwecken genutzt und unter eine gemeinsame Datenschutzbestimmung gestellt. Jeder Google-User unterliegt ab 1. März automatisch diesen neuen Daten- und Nutzungsrichtlinien.

 

Datenschützer und Stiftung Warentest haben Bedenken

Während Google dementiert, dass die nun zusammengeführten Daten benutzt werden, um einen „gläsernen User“ – sprich ein bis ins kleinste Detail ausgearbeitete Nutzer-Profil – zu konstruieren, haben Datenschützer Bedenken.

Für die Stiftung Warentest und zahlreiche Datenschützer sind Googles neue Datenschutz- und Nutzungsbestimmungen äußerst schwammig formuliert. So kommen deren Meinung nach zu häufig Wendungen wie „möglicherweise“ oder „unter Umständen“ in den Bestimmungen vor. Die Frage bleibt somit häufig offen: Verknüpft Google nun oder verknüpft Google nun nicht?

Darüber hinaus wird befürchtet, dass die Flut von personalisierten Werbemails ab 1. März noch höher steigt, da Google nun noch gezielter die Suchanfragen und das Surfverhalten der User analysieren kann.


Was kann ich tun, um im Web nicht "zu gläsern" zu werden?

 

Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, um Google seine Datensammelwut zumindest zu erschweren, ganz zu vermeiden ist sie leider nicht. Wenn Sie nicht wollen, dass Google Ihre persönlichen Suchanfragen mit seinen unterschiedlichen Diensten verknüpft, sollten Sie Ihr Webprotokoll deaktivieren. Eine Anleitung zur Deaktivierung finden Sie hier.

Sämtliche Suchanfragen werden in diesem Webprotokoll gesammelt und in Zukunft für personalisierte Anfragen verwendet. Mit einem deaktivierten Webprotokoll speichert Google zwar weiterhin die Suchanfragen, löscht oder anonymisiert diese allerding nach 18 Monaten. Mit der Deaktivierung wird verhindert, dass die Anfragen personalisiert in das WWW entlassen werden.

Zudem empfiehlt es sich mit verschiedenen Browsern im Internetuniversum unterwegs zu sein, wie es in einem Blogpost bei Microcosm anschaulich beschrieben wird.

Außerdem ist es ratsam – wenn man die Google-Dienste weiterhin nutzen will – die Cookies in den unterschiedlichen Browsern zu blockieren und keine Chroniken anzulegen.


Fazit

Dass Google ununterbrochen Userdaten sammelt ist allgemein bekannt. Doch mit den neuen Datenschutz- und Nutzungsbestimmungen wird es dem Suchmaschinengiganten noch leichter gemacht, Daten bestimmten Usern zuzuordnen.

Allerdings hat es auch seine Vorteile, wenn Google die Daten aus seinen unterschiedlichen Diensten zusammenführt, wie Google-Sprecherin Lena Wagner gegenüber Focus-Online erklärte. Wie zum Beispiel einfach Kontakte aus dem Google-Mail in den Google-Kalender zu übertragen, ohne diese zu kopieren.

 

Wenn Sie sich informieren wollen, was Google alles über Sie weiß, dann sollten Sie einen Blick auf das Google Dashboard werfen. Hier finden Sie alle Daten, die mit Ihrem Google-Konto verknüpft sind.

 

Es ist also ein zweischneidiges Schwert, das Google über die Häupter der User schwingt. Auf der einen Seite wird man immer mehr zum „gläsernen User“ und auf der anderen Seite erleichtern diese Bestimmungen das Arbeiten mit den unterschiedlichen Google-Diensten. Auf alle Fälle sind die neuen Datenschutz- und Nutzungsbestimmungen ein weiterer Schritt von Google, alle seine Services zu einem kompakten, eigenständigen Internet-Kosmos zusammenzuschweißen.

 

Weiterführende Links: