Facebook: We know what you are doing

Callum Haywood sorgt für Aufregung in den Netzgemeinden.

Callum Haywood hat eine Website gestaltet, auf der er öffentlich zugängliche Facebook-Postings publiziert und damit viele User in Stress versetzt. Außerdem führt er die weiterhin sehr mangelhafte Offenheit und Transparenz in der Facebook-Unternehmenskommunikation bezüglich der Privatsphäre-Einstellungen und auch den ein oder anderen User mit sehr fragwürdigen Postings vor.

Der junge Brite bringt aktuell über seine minimalistisch gestaltete Website weknowwhatyouredoing.com viele Facebook-User ordentlich in Erklärungsnot. Unter den Kategorien Who want’s to get fired? oder Who’s taking drugs? sammelt, sortiert und publiziert Haywood öffentlich zugängliche Facebook-Statusmeldungen, in denen Nutzer über den Chef oder den Job maulen („I hate my boss so much“), Cannabis und Co. feiern oder die neue Telefonnummer mitteilen. 

Schutz der Privatsphäre? Reine Imagepolitur

Datenschutz – nicht unbedingt das Lieblingsthema der Betreiber sozialer Netzwerke, insbesondere von Facebook. Das weltweit größte Online-Netzwerk (über 900 Mio. NutzerInnen) steht immer wieder und nicht unberechtigt in der Kritik, eine wenig nutzerInnenfreundliche Datenschutz-Politik zu betreiben. Aktuellster Fall der Imagepolitur unter dem Deckmäntelchen einer Verbesserung des Datenschutzes: die Abstimmung zu neuen Facebook-Richtlinien, bei der alle Facebook-NutzerInnen die Möglichkeit hatten, sich zu beteiligen. Allein kaum jemand wusste von der Abstimmung, da sie nicht direkt auf der Facebook-Seite angezeigt wurde, sondern nur über eine gezielte Suche auffindbar war -  eine "offensichtliche Nutzerverarsche" kommentierte die Initiative europe-v-facebook.org, die sich in der Kampagne our-policy.org für ganz konkrete Forderungen (Zugang zu allen Daten, Transparenz in der Datenverwendung etc.) hinsichtlich eines verbesserten Datenschutzes von Facebook einsetzt.

... and we think you should stop.

Haywood stößt mit seinem "Experiment" trotz steigender Aufrufzahlen nicht überall auf Verständnis, vielfach wurde die Veröffentlichung von Telefonnummern und die direkte Verlinkung auf Nutzerprofile kritisiert. Mittlerweile wurden die Nummern aber zensiert und alle Links entfernt. Moralisch in Ordnung oder nicht, durch das öffentliche Darstellen solch unbedachter Facebook-Postings erreicht der 18jährige zumindest, dass die Diskussion um die unzureichende Aufklärung und Information der User neu belebt wird. Immerhin hat das Zuckerberg'sche Online-Netzwerk gerade still und heimlich die verpflichtende Nutzung Facebook-eigener E-Mail-Adressen eingeführt, ohne seine Nutzer vorher zu informieren.

 

Weiterführende Quellen: